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Dienstag, Juli 14, 2009

Busdriver - Me-Time (With The Pulmonary Palimpsest) / Video

Busdriver´s neues Album "Jhelli Beam" ist seit einem Monat draußen. Ich liebe die ganze Riege der Projected Blowed Rapper, die sich Anfang der 90er in legendären Freestyle Session im Goodlife Cafe trafen, von wo aus so grandiose Gruppen und Künstler wie Freestylie Fellowship (Aceyalone, Myka Nyne, P.E.A.C.E, Self Jupiter), Abstract Rude, Medusa, Jurrasic Five, Volume 10, T Love,  The Nonce ihre Karriere begannen und sich abgrenzend von West Coast Gangster Rap  zeigten was raptechnisch noch alles möglich ist. Tatsächlich  gab es im Good Life Cafe eine No Profanity Policy, die den Einsatz von Schimpfwörtern verbot, was nach Aussagen einiger MC die Freestylesessions zu einer noch größeren Herausforderung machten und den einigen Stil schärfte. So konnten unglaubliche Rapstyles etablieren, die sich durch Diversität auszeichneten und von von Rap über melidiösen Scat auch in Gesang übergehen ! Busdriver gehört noch zu der jüngeren Generation der Project Blowed Rappe, gehörte auf Grund seines unglaublichen Talents zur ersten Riege des L.A. Undergrounds, was zahlreiche Kollaborationen mit Künstlern wie Aceyalone, Prefuse 73, Daddy Keb, Fat Jack, Abstract Rude im und Daedalus beweisen. Die Experimentierfreude zeigt sich auch im Video zur ersten Auskoppelung des neuen Albums... Hammer, heiliger Trash... Alda rappt der schön schnell...



Freitag, Juli 10, 2009

Speech Debelle - Better Days

Hab mir schon lange keine HipHop Platte mehr gekauft, weil mich  fast alles ziemlich gelangweilt hat. Selbst die Platten, die ich zu Beginn noch ganz gut fand, liefen nicht auf Heavy Rotation, weil ich nach der dritten Runde schon das Gefühl hatte alles in und auswendig zu kennen. Umso intensiver habe ich meine alten Scheiben laufen lassen. Hat HipHop  nach 30 Jahren nichts mehr für mich zu entdecken? Das wäre bedauerlich ! Aber in solchen Momenten kommt dann immer wieder was Neues um die Ecke und macht mir wieder deutlich, warum ich dieses Genre und diese Kultur so adoleszent gelebt habe wie keine andere. 

Und bei Speech Debelle hüpft mein Herz wie zu Sturm und Drang Zeiten. Eigenwillig schöne Stimme, toll produziert und live angespielt, viele Jazz Elemente und Texte wie aus der Schreibtherapie. Die gute Miss Debelle musste schon mit 19 zu Hause ausziehen, weil sie 8 Halbgeschwister hatte und ist ziemlich allein in einem Hostel untergekommen, wo sie genügend Zeit hatte ihr Leben Revue passieren zu lassen. Dabei ist dieses noch nicht mal so lang. Erst 25 ist die Gute; mit dreizehn hat sie schon angefangen Lyrics zu schreiben und wollte die "Tracy Chapmann" des Rap werden. Man sagt sie mache "Anti-HipHop"-HipHop; und das ist genau der, der mich veranlasst mal wieder zuzuhören, nicht weiter zu skippen und wieder Entdecker zu werden. So gesehen: What a great "Speech Therapy" !!!!


Sonntag, Dezember 02, 2007

Little Dragon - Twice

























Dank Freund Hamid habe ich gestern nicht nur eins der schönsten Stücke Musik von einer mir bis dato völlig unbekannten Band kennengelernt, sondern auch deren Musikvideo "Twice"gesehen, die Singelauskoppelung zum Debütalbum der schwedischen Gruppe Little Dragon. Dieses Scherenschnittvideo passt unglaublich gut zu der melancholisch, jazzig - elektronischen Stimmung des Stücks. Dreh - und Angelpunkt dabei ist aber die Stimme der japanisch-amerikanisch-schwedischen Sängerin Yukimi Nagano, die schon mit den schwedischen Nu-Jazz Helden Koop zusammengearbeitet hat und regelmäßig mit Little Dragon Drummer Brodin ihren Lablekollegen Jose Gonzalez als Livemusikerin begleitet. Hammer Lied, da werd ich noch mal ein bisschen weiterforschen.



Little Dragon - Twice

Mittwoch, April 11, 2007

No Means No - Fabrik Hamburg 11.04.07

No Means No spielen heute abend in der Fabrik / Hamburg. Genau vor 13 Jahren habe ich sie da auch schon spielen sehen. Mein erstes Konzert, was ich nach meinem Umzug aus der deutschen Pampa in die große Stadt erleben durfte. Wahrlich ein Erlebnis. Und schon damals als 20-jähriger Zivildienstleistender dachte ich mir, dass die beiden Gebrüder Wright schon ganz schön in die Jahre gekommen sind. Ich weiß es nicht genau, aber ich schätze, dass die jetzt schon 50 Lenze auf dem Buckel haben. Und die rocken immer noch; schon seit knapp 30 Jahren. Wenn es Virtuosen in Sachen Punk gibt, dann diese Herren. Ich freu mich...
Hört euch das neue Album "Ausfahrt" an...


Damals


Heute



Digg!

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Sonntag, April 01, 2007

El-P - I´ll sleep when you are dead



El-P´s zweites Soloalbum I`ll sleep when you are dead ist draußen. Sicherlich eine HipHop Scheibe,in die ich reingehört habe und mir zulegen werde, da El-P mit durchschlagener Konsequenz für mich zu Company Flow Zeiten HipHop erneuert und immer wieder bewiesen hat, dass anderes möglich ist als das was im Bus aus Handys von pubertierenden 9 Klässlern schallt. Diese Musik ist für mich wie böser Dreck von der Straße. Ein urbanes Ungetüm. Als Produzent schlägt uns El-P mit einem Beat-Wirrwarr die Apokalypse um die Ohren, das einem Hören und Sehen vergeht. Als MC pustet er so viel vertrackte Düsternis durchs Sprachrohr, dass man sofort "Rewind" rufen möchte. Vielleicht wird HipHop hier für viele bis zur Schmerzgrenze gedehnt. Ich genieße diesen wohltuenden Blick über den Tellerrand und höre lieber eine Platte, von der ich nach dem "Erstenmal" nicht unbedingt sage, dass sie mir gefallen hat, von der ich aber auch weiß, dass ich sie nicht wie so viele andere nach dem "Erstenmal" nie mehr anfassen will.

Hier das Video zu Smigthereens...

Dienstag, März 27, 2007

Ben Kweller - Penny On The Train Track

Ben Kweller hat mit seiner Oma zusammen ein Musikvideo gedreht. Und zusammen meine ich im wahrsten Sinner des Wortes. Gemeinsam sind sie in den Fitnesskeller der 82-jährigen Dame abgetaucht, Ben hat die DV klargemacht und Oma hat für ihn gedanct und sich aerobisch bewegt. So einfach kann das sein meine Herren... Ben Kweller - geiler Typ, derber Musiker, süße Oma, Hammer Song. Wen stören da schon die repertierenden Elemente, oder ?

Ben Kweller - Penny On The Train Track

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Donnerstag, März 15, 2007

Kings of Leon - Because of the Times


Anfang April erscheint das dritte Kings of Leon Album "Because of the Times". Die Söhnemänner eines Ex Hippies und Südstaaten Predigers machen einfach alles richtig und heben sich deutlich von englischen Jungspund Gitarren Bands ab, die keiner mehr so richtig auseinanderhalten kann und will. Die Kings of Leon haben eine sehr eigene Handschrift entwickelt und wissen auch live mehr als zu überzeugen. Ihr Konzert hier in Hamburg vor 3 Jahren war ein echtes Highlight.

Hört euch mal den Song Charmer vom neuen Album an

Mittwoch, März 07, 2007

Reggie Watts - Out of control

Reggie Watts, in Deutschland geborener Sohn einer französischen Mutter und eines afro-amerikanischen Vaters, gilt mit seinen 32 Jahren als einer der großen Allround Talente. Er ist nicht nur begnadeter Musiker, Vokalist und Beat Boxer, sondern auch als einer der besten Stand-Comedieans und Improvisateure weltweit bekannt. Nach einem Kunst- und Jazzstudium machte er sich in verschiedenen Bands spielend in den 90ern in Seattle einen Namen und verlagerte erst in den letzten Jahren seinen Schwerpunkt ins komödiantische Fach, in dem er 2006 mit dem Andy Kaufman Comedy Award ausgezeichnet wurde. Mit seiner Band Maktub hat er bereits drei Alben veröffentlicht und 2003 sein Soloalbum Simplified herausgebracht. Um mal einen Einblick zu bekommen was der Kerl alles so drauf hat, poste ich hier eine unglaubliche Beatboxshow mit Mik und Mixer, die zeigt, dass Reggie nicht nur perkussiv, sondern vokal und gesanglich einiges zu bieten hat. Da geht einiges.




Oder schaut euch Reggies Performance bei Rocketboom an.

Dienstag, März 06, 2007

Lieblingslieder

Ab heute könnt ihr euch immer eines meiner derzeitigen Lieblingslieder im Flashplayer unter meinem Profilfoto in der Sidebar anhören. Ich werde hier keine ganze Playlist veröffentlichen, sondern immer nur einen Song präsentieren, der mich so in seiner Gewalt hat, dass ich ihn immer und immer wieder hören muss. Den Auftakt bildet das Lied Humble von Ursula Rucker; erschienen auf der LP Ma at Mama (2006).



Montag, März 05, 2007

Classic feat. Dj Premier, Nas, Kanye West, Rakim, KRS-One



Zum 25-jährigen Jubiläum des Nike Air Force One Shoes haben sich 5 HipHop Schwergewichte zusammengetan und den Song Classic aufgenommen. Dazu gibt es ein nicht minder schönes Video. Großartig unspektakulär. Premo an der MPC und hinter den Turntables, die Mc´s hinterm Mike. Und weil alle "classic" sind, kriegt jeder noch ein Bild gemalt. Gute alte Zeit. Nur Kanye West hört sich auf Premo an wie eine Heulsuse. Hier könnt ihr euch den Song free downloaden...

Mittwoch, Februar 28, 2007

Back in da days - The Goats

Watch the video to Typical Amerikkkan here !!!


Letztes Wochenende saß ich nachts mit meinem alten Homie Flaps zusammen, wir haben uns Matetee serviert und alte Videos von unseren Jugendhelden auf YouTube angeschaut. Ein entspannter Abend für über 30jährige. Irgendwann um 4:00 Uhr früh meinte Flaps, ich soll noch mal zum Abschluss einen Knaller auspacken. Ich kurz überlegt, The Goats und "Typical Amerikkkan" eingegeben und schwupps ist man wieder 18, kopfnickt auf der Couch zu den Tracks, die einen damals beat-technisch entjungfert haben und denkt sich: "Man, wie fett ist das eigentlich immer noch", obwohl ich fast kein HipHop Lied annähernd so häufig gehört haben dürfte wie dieses.


Ich kann mich noch genau daran erinnern wie ich dieses Video damals auf Yo MTV Raps gesehen habe. Wir hatten gerade Anfang der 90er eine Parabolantenne bekommen, ich konnte das erste mal Privatfernsehen empfangen und wir hatten mehr als 4 Kanäle. Yo MTV Raps kam zu dieser Zeit neben der Fab Five Freddy Show am Samstag täglich um 18:00 Uhr als halbstündiges Format. Mensch, hat mich der Song gekillt und von dem herrlichen Gitarrengeschmetter, welches ich mir ansonsten immer angetan habe, endgültig für die nächsten Jahre auf die Seite von Beats und Rhymes gezogen.


Für uns linke Zecken war The Goats natürlich auch als unglaublich politische Band interessant, die auf ihrem Debütalbum Tricks of the Shade gegen Bush sen., gegen Corporate Amerikkka, gegen den Genozid an den Indiandern, gegen die Inhaftierung von Aktivisten wie Leonard Peltier gewettert haben. Eine Art Konzeptalbum, auf dem zwei Charaktere namens Chickenlittle und Hangerhead über die von Uncle Sam finanzierte Freaks Show wandern, um ihre wegen einer illegalen Abtreibung eingesperrte Mutter zu finden und dabei einem "Freak" nachem dem anderen begegnen.
Die weniger afrozentrierte, liberalere und nicht anti-white geprägte Einstellung der Goats machte den Zugang zu ihrer Musik für uns Weißbrote natürlich leichter. Was folgte war Dauer-Rotation im heimischen CD-Player, mein erstes Fan T-Shirt und das einzige Goats Konzert, welches ich jemals erleben durfte. Dazu sind wir extra 120 km nach Frankfurt gedüst, um dort festzustellen, dass sich die Goats live eher wie die Bad Brains anhören. Mehr Punk als Funk, was daran lag, dass sie mit einer kompletten Liveband aufgetreten sind. Dementsprechend live-lastiger und experimenteller fiel dann auch ihr zweiter Longplayer Incognegro aus, nach dessen Release sich die Band aufgelöst hat.


Einer der drei MC´s ist heute Lehrer für Physik und Bio in New York, ein anderer ist nach Frankreich ausgewandert und der letzte wird vermisst. Kein Witz.

Keines der beiden Alben ist wieder aufgelegt worden, was schade ist, da es sicherlich aus heutiger Sicht um eine der unterbewertetsten HipHop Bands dieser Zeit handelt. Ich werde beide Alben mal wieder rauskramen und mir auf den IPod hauen.


Dienstag, Februar 13, 2007

Death From Above 1979 - kleiner Nachruf



Meine Kategorie musik hatte ich lange Zeit schändlichst vernachläßigt. Das soll sich nun ändern. Dass sich Death From Above 1979 schon vor über einem Jahr getrennt haben, habe ich wieder mal als letzter erfahren. Mich ruft auch kein Schwein an. Schade, dass das metallröhrige Duo an Schlagzeug und Bass nicht mehr existiert. Die haben aber auch mit nur zwei Instrumenten einen geilen Lärm gemacht. Gegründet hat sich die Formation, nachdem man in der Heimatstadt Toronto mit der alten Band nur wenig Auftrittsmöglichkeiten angeboten bekommen hat. Deswegen wollte man vermehrt außerhalb touren, was sich finanziell für eine zuviel-köpfige Band nicht gleohnt hätte. Kombiniere ? Anstatt mit 5 oder 6 Leuten loszufahren, fahren wir eben nur zu zweit, gründen eine neue Band, machen den Bass schön kratzig, verzichten auf ne Gitarre und den ganzen anderen Schnickschack, verdienen doppelt so viel Kohle und werden scheiß berühmt. Naja, der Plan ist wohl aufgegangen. Was die beiden aber wohl nicht bedacht haben, ist die Tatsache, dass man sich anscheinend bei der ganzen Tourerei zu zweit irgendwann auf den Sack geht und keine Gruppe vorhanden ist, die ab und an mal ein bisschen kompensierend eingreifen kann. Also nur ein kurzer Höhenflug. Gold in Kanada hat man aber noch absahnen können. Und die Japander sind auch missoniert. Was für eine Eintagsfliege. Da hätte man sich den ganzen Streit mit James Murphy vom DFA Lable, der die Band des Namens wegen angeklagt hatte, auch sparen können. Man musste sich das 1979 noch hinten dran schnallen und kündigte deshalb an James Murphy in einem musikalischen Jihad den Garaus machen zu wollen. Garaus ? Daraus wird wohl jetzt nichts mehr.... haha ! Checkt trotzdem die Platte You are a woman, I am a machine...


Lieblingsalben

Was hab ich denn schönes in letzter Zeit gehört ? Da bei mir meist gähnende Leere im Geldbeutel herrscht will ich jetzt nicht mit einer Kategorie wie "die besten Alben des Monats" anfangen, sondern eher Musik vorstellen, die vielleicht schon ein paar Wochen bis Monate auf dem Buckel hat, aber nichtsdestotrotz immer wieder und wieder von mir gespielt werden muss, da sich herausgestellt, dass die alten Perlen einfach geiler sind als der neuste Scheiss der Woche.

Just wächst ein Album mir ans Herz, bei dem ich zu Beginn erschreckend feststellen musste, dass ich nicht viel damit anfangen konnte. So Divided von ...And you will know us by the trail of dead eine aufgeblasen-pompöse Enttäuschung ? Meine lieblingsbeste Band der Welt mit nem poppigen Flop. Da wo die Herren früher für gitarren-schubberige Gänsehautmomente standen, steht jetzt auf einmal pop-pompöser Glöckchen und Trompeten Trallala a la Polyphonic Spree ? Naja, ganz so schlimm ist es nicht. Und man sollte eben nicht immer das bekommen was man erwartet. Die Öffnung der Band in andere Gefilde hat sich ja schon mit dem umjubelten Vorgänger-Werk "World´s Apart" angekündigt. Viele Fans von früher sind auf jeden Fall wahnsinnig enttäuscht und lassen in Foren und auf Message Boards ihre giftige Galle über der Band aus. Ich hingegen habe noch ein bisschen länger hingehört. Nach dem dritten mal habe ich mich schon dabei erwischt, wie ich voller Pathos mitgeschwooft und gesungen habe. Ja, die Songs sind poppiger, aber das macht das ganze keinen Deut schlechter. Die Jungs haben einfach ein paar unglaubliche Melodien drauf. Mich haben sie nach anfänglicher Verunsicherung überzeugt. Wie schön, dass ein Album einem auch mal wieder in aller Langsamkeit ans Herz wachsen kann und erst im Nachgeschmack seinen eigentliche Qualität zeigt. Hier das Video zu Naked Sun... leider nur der brutal verkürzte Radio Edit. Trail of Dead spielt übrigens am 27.02. hier in Hamburg im Übel und Gefährlich. Hingehen Pflicht.

...And you will know us by the Trail of Dead - Naked Sun




Dass Sonic Youth nach all den Jahren noch mal so einen Knaller raushauen, habe ich nicht erwartet. Ich war von Rather Ripped von Anfang an total begeistert. Das beste Sonic Youth Album seit 15 Jahren. Ein Hit jagt den nächsten. Wunderschöne Melodien, die sich in Krach auflösen und wieder den Weg zurückfinden. Ich bin wirklich überrascht. Waren doch die letzten Sonic Youth Alben alle "gut", aber eben auch nicht mehr. Aber die Songs auf diesem Album sind alle so auf den Punkt gebracht, dass ich bewundernd feststellen muss, dass die alten Herren und die alte Dame gar nicht so alt und angestaubt sind wie man meinen könnte. Verdammt, die sind frischer als die ganzen Anfang 20er, die straight von Guitar Hero an die echte Klampfe gewechselt sind. Bleibt am Ende nur festzustellen, dass Kim Gordon die einzige Frau über 50 ist, die ich zur Zeit knutschen würde. Wenn Opa Thurston nicht wär...

Sonic Youth - Reena





Hätte mir jemand vor 10 Jahren berichtet, dass er aus der Zukunft kommt und mich auf einer Party 2007 wild tanzend auf einen Tune von Justin Timberlake erwischt hat, dann ich hätte gefragt: "Wer ist Justin ?"... und mich, nachdem der Name N`Sync ins Spiel gekommen wäre, mit Klohpapier aufgehängt. Welch Schmach für einen straßencredibilen HipHop Head anno domini 1997 ! Heute sieht das ganze anders aus. Schmalzbubi Justin hat jetzt einen Dreitagebart und chillt mit Papa Timberland. Und was der auf diesem Album für Beats gezimmert hat, halte ich kaum aus. Das sind vielleicht innovative Club-Bretter, nachdenen Michael Jackson sein Comeback lieber noch mal überdenken sollte und sich der andere sexy motherfucker mal ganz dick anziehen kann. Das ist das beste HipHop Album ohne Rap, das ich seit Ewigkeiten gehört habe. Punkt. Alle engstirnigen Realness-Verfechter verpassen ein derbes Album vorm Herrn und sind doof. Selber schuld. Zurück aus der Zukunft... das Kohpapier bleibt da wo es hingehört.





Zu guter Letzt noch mal meine favorisierte deutsche Band der Stunde Kante. Die machen seit vier Alben ganz einfach wahnsinnig anspruchsvollen "Krautrock". Auf die Tiere sind unruhig wieder etwas rockiger im Vergleich zu dem jazzig angehauchten Zombie. Und Sänger Peter Thiessen kommt mit ein paar Texten um die Ecke, für die ich ihn echt beneide und mir gewünscht hätte, dass mir sie aus dem Kopp aufs Textblatt gefallen wären.
Für mich die beste Band, die meine Heimatstadt gerade zu bieten hat.


Die Wahrheit

...
Wenn die Person mit der Du lebst
Dich immer weniger versteht
und die Person mit der Du schläfst
Dich auf einmal nicht mehr erregt
wenn Deine Tränen nicht mehr kommen
weil Du Dich für Dich selber schämst
und selbst die Tränen fremd erscheinen

Dann weisst Du eines ganz genau
dann weisst Du eines ganz genau
auch wenns dir anders lieber wär:
dass das einfach die Wahrheit ist
und auch ein wenig lächerlich

Wenn jemand sagt, dass er das kennt
und dass Du nicht alleine bist
dass die Gespenster wieder gehen
wenn es wieder Morgen ist
dass er bis dahin bei Dir bleibt
dass er Dir Trost und Nähe gibt
und wenn er sagt, dass er Dich liebt

Dann weisst Du eines ganz genau
dann weisst Du eines ganz genau
das eine weisst Du ganz genau:
dass das einfach die Wahrheit ist
und auch ein wenig lächerlich

Wann kommt die neue The Go! Team ?



Ich warte schon so unglaublich lange auf das neue The Go!Team Album. Deren Erstlinglongplayer hat wirklich für einige gute Laune in den heimischen vier Wänden gesorgt. Deswegen verstehe ich auch gar nicht, warum im meinem Freundeskreis diese Band so ziemlich niemand ahnt und kein Dj auf Partys Song von den Jungs und Mädels aus Brighton auflegt. Das cheerleaderhafte Oldschoolgewitter auf Thunder Lightning Strike geht auf jeden Fall so ab, als wenn die Muppets die Verfolgungsjagd in French Connection in Seifenkisten nachdrehen und um die Wette heizen. Da dieser Vergleich hinkt und das Soundgemisch der Band nur schwer zu beschreiben ist, könnt ihr euch mal ein Video und eine Kurzdoku über die Band anschauen... Und wenn irgendjemand was von nem neuen Album gehört hat, dann bitte Bescheid sagen.




Freitag, Februar 02, 2007

Kick Push Video von Lupe Fiasco

Für meine Skater Homies habe ich hier einmal das Lupe Fiasco Video "Kick Push". Nicht nur das Video sieht ganz slick aus, auch die komplette Platte ist zu empfehlen. Diese Lupe ist ein merkwürdiger Bastard. Computer Nerd mit Reebok Deal, Skateboard Fahrer und Louis Vitton Fan. Früher hasste er Rap, weil Frauen in den meisten Texten erniedrigt wurden und heute rutscht ihm auch schon mal ein Zeile raus, in der er sich mit großbusigen Chickas ins Whirlpool fläzt. Na ja was solls, auch nur ein Rapper. Aber das Album Food & Liquor ist ganz fresh und sicher eine der besseren HipHop Erscheinungen der letzten Zeit. Lupe Fiasco stammt wie Common und Kayne West aus Chicago und wird dort auch insgesamt als das nächste große Ding gehandelt. Dementsprechnd enttäuscht war man bei Atlantic Records auch, nachdem seine Debütplatte nach den ersten paar Wochen nur 80.000 mal über die Ladentheke ging. Lupe mach dir nichts draus. Ich und meine Band haben nach 3 Jahren immer noch nicht unsere 1000 Cd´s verkauft... haha. Es gibt schlimmeres. Vielleicht lag es ja auch daran, dass sein im Vorfeld so gehyptes Album vor dem Release schon im Internet kursierte. Dahin hat es unsere Ex-Band Teamsport allerdings mittlerweile auch schon geschafft. Endlich sind wir auf Augenhöhe mit den ganz großen Stars... Peace


Mittwoch, Oktober 25, 2006

Splice - Meet, Mix, Mashup


Ich bin aus Zufall im Netz über ein interessante Seite namens Splice gestolpert. Das ganze ist eine Musik-Community, auf der der Focus nicht darum geht seine schon fertigen Songs (wie z.B. bei MySpace) vorzustellen, sondern darum, dass in einem browser-basierten Sequenzer neue Songs und eigene kreativen Ergüsse entstehen. Dazu kann man entweder eigene, schon bestehende Sound-Clips hochladen, direkt über die Splice Seite neue aufnehmen oder (und das ist das schöne daran) in den Profilen der anderen User nach deren Sounds suchen und auch verwenden. Sprich, man tauscht Samples, Beats, Bässe, Vocals, Geräusche, Flöten, Autohupen oder Hundegebell, um seinen Song zu veredeln oder das Sahnehäubchen im Arrangement eines anderen zu werden. Ein ständiges Geben und Nehmen.

Sounds können durch Tags versehen werden, man kann sich die Lieder der anderen anhören, bewerten, Kommentare hinterlassen oder den Komponisten Messages schreiben. Dabei kann das benutzte Musikhäppchen natürlich genauso steil sein, wie das Profilfoto des Urhebers. Wie das immer bei solchen Seiten ist; was man daraus macht, ist jedem selber überlassen. Oder meint ihr auf OpenBC werden nur Geschäfte gemacht. ? Die beste Funktion zum Schluss. Jeder kann die Songs anderer User aufrufen und einen Remix draus basteln. Ein Arrangement kann so durch immer neue Hände gehen und sich weiterentwickeln, wobei das Original dabei immer noch erhalten bleibt. Gemeinsam online Musik machen bekommt so einen ganz eigenen Charakter.

Die Möglichkeiten des Sequenzers sind noch sehr begrenzt, aber die Editiermöglichkeiten sollen immer weiter ausgebaut werden. Insgesamt aber eine sehr ausbaufähige Idee. Go and make some noise...

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Jan Delay Konzert 18.10.06 Hamburg Docks

Leude, ich sitz hier gestern rum und bastel die ganze Zeit an meinem Blogsystem rum, als mich nach stundenlangen Rumgehocke Paulus anruft und fragt, ob ich nicht mit zum Delay Konzert gehen will. Im ersten Moment hat sich bei mir da nicht so viel geregt. In das Album hatte ich nur mal kurz reingehört und die Begeisterung hielt sich wahrlich in Grenzen. Da war mir zu wenig Dreck drin. Irgendwie zu clean. Naja, soll ja auch ne Pop Platte sein. Erst auf den Reggae losgegangen, als Dj die 80er ausgekramt, jetzt Funk, als nächstes Rock und in 20 Jahren wird dann auf Orff Instrumente geflasht. Irgendwie hab ich mich innerlich die ganze Zeit gewehrt. Aber ihr wisst ja wie das ist. Man hat sich den ganzen Tag noch nicht bewegt und es gibt was umsonst. Und eine Chance gegen meine innere, völlig unbegründete Anti-Haltung und Verbohrtheit sollte ja jeder bekommen. Also ich zum Docks. Basti angerufen, der spontan die noch übriggebliebene Karte grabben konnte.

Das Konzert war ausverkauft und dementsprechend proppevoll. Die Zuschauerreihen gingen ungefähr drei Meter hinter dem Eingang los und ich konnte die Bühne als kleinen lustig, leuchtenden Punkt am anderen Ende der Halle ausmachen. Dann vor mir noch eine Riesenwand schwitzender, 2 m großer Oberprimaner, die ihren Flashgott huldigen wollten. Ich dachte schon ich bin zu alt für den Scheiß. Im gleichen Atemzug hat mir eine innere Stimme sehr sanft zugeflüstert: "Ramin, wie stellst du dich denn an, du bist doch keine 50, entspann dich, such dir ein einigermaßen gutes Plätzchen und genieß die For-Free-Show." Okay, eigentlich hat er ja Recht, wer auch immer da gesprochen haben mag. Ich habe mich dann an ein paar gigantisch großen Teenagern vorbeigepirscht und ihren Freundinnen, die sich mit mir eher auf der Zwergenebene bewegten, noch Platz gelassen an mir vorbeizuschauen. In diesem Akt der Selbstlosigkeit ging es mir gleich besser und auf meinen Zehenspitzen balancierend habe ich mir das Treiben auf der Bühne näher betrachtet. Also nur einen Ausschnitt, weil immer irgend ein Schädel, eine winkende Hand oder groovende Schulter im Weg war. Auf einer solchen habe ich dann auch ab und an mein zu schwer gewordenes Kinn wie ein Dackel abgelegt, was jedeoch von den großen Menschen keiner wirklich mitbekommen hat. So konnte ich mich endlich mal auf die Musik konzentrieren.

Die ersten 20 Minuten waren noch nichts so berauschend. Der Sound war gut, aber auch glatt. Also funky und stinkend war hier nichts. Die Stimmung hingegen war bei den anderen von Anfang an richtig am brodeln und kochen. Eißfeld, ein tighter Entertainer, hat sehr überlegen durch den Abend geführt, kleine Spielchen mit Band und Publikum moderiert (z.B. Stop Tanz) und insgesamt viel Spass da vorne auf der Bühne gehabt. Und so ganz langsam hat er mich weichgekocht. Mal ein bisschen Klatschen, ein dezenter Hüftschwung und mal einen Refrain auf den Lippen. Je länger es ging umso mehr hat mich das ganze geschickt. Dann die alten Jan Delay Reggae Hits, ein geiles von der Band gespieltes HipHop Medley, ein Ausflug in die 80er mit knarzenden Sythies und Eißfeld hinter den Kongas; gefolgt von Gloria Estefan oder The Eye of the Tiger bis hin zu Reel to Reel "I like to move it. move it" und Hamburg Lyrics auf Seven Army Nation von den White Stripes. Irgendwann hat er und die Band mich gehabt. Ich hab nachgegeben, mich von der geilen Atmossphäre ansstecken lassen und konnte nicht mehr wiederstehen. Scheiß drauf ob der Sound jetzt Funk, Pop, Reggae, Disco, Rave oder Rap ist.... der Sound ist Jan Delay. Das war total stimmig was da vorne passiert ist und ich war zu dumm es zu kapieren. Hat der alte Sack mich doch rangekriegt und mich wahrscheinlich als einen der Letzten überzeugt. Die Leute um mich herum waren sowieso auf Wolke 7 und waren nicht mehr runterzuholen, nachdem Bo als Gast mit Eißfeld noch mal "Türlich,Türlich, sicher Digger" angestimmt hat. Was in seiner Doofheit für ein geniales Lied, welche Massenhysterie. Wahnsinn. Denyo durfte auch noch mal aus dem Schatten der Bühne und seines Rapkollegen treten.

Nach gut 90 Minuten war dann erst mal Schluss. Riesen Applaus, Jan Delay - Sprechchöre, Zugabe, die Ansage, dass man als Publikum das geilste ist (nach Eißfelds Aussage noch viel geiler als das Hamburger Publikum am Tag davor - neben mir waren so junge Jungen -klein kann man bei denen ja nicht sagen - die auch der Meinung waren, dass das Konzert "heute" noch viel geiler als gestern gewesen sein soll- die geben ihr Taschengeld tatsächlich für Doppel-Delay aus), dann das super Rio Reiser Cover, wieder von der Bühne, wiederkommen für den letzten Song, für das Highlight, auf welches alle gewartet hatten. "Im Arsch". Plötzlich taucht eine schwarze Hutkrempe auf. Udo ist da. Die Leute kreischen im epileptischen Wahn als ob sie ein Raumschiff gesehen hätten. Udo, Udo. Und uns Udo mit uns Eißi singen sich mir ins Herz. Dieses Aufeinandertreffen der Generationen. Der Telenovela Flash. Das ganze so harmonisch, glücklichmachend und freudespendend. Ein großartiges Ende.

Ehrlich Leute. Fast noch nie bin ich so mürrisch auf eine Konzert, welches mich eigentlich sonst nicht interessiert hätte und am Ende so zufrieden mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen. Dagegen konnte sich dieser Analyse Kopf der gerade in Bezug auf Musik viel zu oft am laufen ist einfach nicht wehren. Er wurde ausgeknippst und gute Mucke reingelassen. Restlos überzeugt, wie konnte ich nur so doof sein, wie konnte ich das übersehen. Ich kann nur sagen: Herr Delay, ganz großen Respekt und eine tiefe Verbeugung. Und danke für das ganze Bier auf der After Show Party.

P.S.: Mal sehen was ich zu sagen habe, wenn ich das Album jetzt noch mal hören werde.


Mittwoch, Oktober 18, 2006

Tv on the Radio - Return to the Cookie Mountain

In letzter Zeit habe ich mir im Vergleich zu früher wirklich auffällig wenig neue Musik geleistet. Das liegt zum einen daran, dass mich gerade selten etwas begeistert und das sich zum anderen Plattenpreise für ein Album auf Vinyl dem Durchschnittswert von 20 € annähern. Einer der wenigen Errungenschaften aus den letzten Monaten ist Return of the Cookie Mountain von Tv on the Radio. Und ich kann nur sagen, diese Scheibe hat sich verdammt noch mal gelohnt und reicht für die nächsten Monate. Denn was was da aus den Rillen steigt ist schwer zu beschreiben, schlecht zu kategorisieren, durchweg anders und auf eine Art verschroben, so dass auch nach mehrmaligen Durchlauf keine Abnutzungserscheinungen auftreten. In vielen Rezensionen war von Gesamtkunstwerk die Rede, da die Umschreibung eines Soul-, Funk-, Elektro-, Gospel-, Rock-, Indiealbums uns auch nicht schlauer machen würde.

Tatsächlich haben sich Sänger Tunde Adebimpe und David Sitek (der auch das Yeah Yeah Yeah Album produziert hat) auf Grund ihrer Liebe zur Kunst im gleichen Haus in Brooklyn kennengelernt. Kunst, die nicht nur Musik, sondern auch Bilder und Filme beinhaltet. Man nimmt gemeinsam eine erste EP auf (Young Liars) und veröffentlicht 2004 das erste Album Desperate Youth, Blood Thirsty Babes, dass von den einen begeistert aufgenommen wird, weil es so "unique" ist und bei den anderen einfach nur ratlose Gesichter hinterläßt, da kein Zugang gefunden wird. Diesem folgt nun Return to the Cookie Mountain, bei dem es die Band auf den Punkt bringt. Die Songs sind nicht weniger vertrakt als beim Vorgänger Album, hinterlassen jedoch bleibenderen Eindruck. Da wird Falsette gesungen bis die Schwarte kracht, da treffen ruhige Pianos auf wahnsinnige Gitarrenwände und da hört man irgendwo David Bowie als großen Fan der Gruppe im Hintergrund trällern. Und wer sich in den ersten Wochen erst mal an die Musik herangewagt hat, kann dann die nächsten damit verbringen die sehr kryptisch-poetischen Texte zu entschlüsseln. Ein Album, das einem etwas abverlangt. Genau das, was ich will. Für mich bis jetzt das beste Album in diesem Jahr.

Schaut euch das Live Video von Wolf Like Me an, dann wisst ihr, dass sich das ganze nicht nur gut auf Platte anhört. Bis jetzt sind nur drei Konzerte in Deutschland angekündigt. Nicht verpassen.

18.11.06 Hamburg, Knust
19.11.06 Schorndorf, Manufaktur
20.11.06 München, Feierwerk

Wolf Like Me - Live at David Letterman

Mittwoch, September 20, 2006

When I go back - 90er West Coast Underground HipHop

Freestyle Fellowship - Hot Potatoe Remix


(Inner City Griost gehört zu meinen HipHop Top Ten Alben)


Ach waren das noch Zeiten. Damals als ich noch mit guten Gewissen HipHop Cd´s gekauft habe und mir die Frage nach Vinyl, in meinem kleinen Dorf sitzend, nie wichtig erschien. Als ich mich nach der Schule im Media oder im Müller Markt durch Berge von Alben gehört habe, um mit besseren Gewissen entscheiden zu können für welche Mucke ich mein halbes Taschengeld auf den Kopf haue. Als ich die Texte einzelner Lieder noch auswendig kannte und einzelne Tracks auf der Heimanlage in schwerer Rotation gelaufen sind. Als ich mein Tapedeck an den Headphones Ausgang unseres Fernsehers gehangen habe, um MTV Yo Raps aufzunehmen. Als Mistadubalina bei uns noch in der Indiedisse lief und so die Türen für HipHop geöffnet hat. Als man bei Frontline noch Musik und nicht Klamotten bestellen konnte.

Del Tha Funkee Homosapien - Catch a bad one


(Was hab ich gestaunt als der Del bei seiner Singel zu seinem 2.Album düster like that abgegangen ist und im Gegensatz zu seinem P-Funklastigen und von Cousin Ice Cube infizierten Debütalbum jetzt so ein fieses Cello gesampled hat. Groß !)

Genau in diesem Katalog haben wir uns die Kurzrezensionen aller neuen Underground HipHop Alben auf der Zunge zergehen lassen und uns amüsiert über Kommentare, die z.B. Onyx den regelmäßigeren Gebrauch von Büchern ans Herz lagen. Es muss so 1992-1993 gewesen sein, als plötzlich unglaublich viele West Coast Undergroundbands die Bühne betraten und ich fast am verzweifeln war, keine als Import bei meinem Plattenhändler des Vertrauens bestellen zu können. Und wie war das kompliziert und teuer mit den Mailorder Versandkosten damals, so dass man erst 3-5 Mitbesteller finden musste, um den Gesamtbestelltwert in eine versandkostenfreie Höhe zu treiben. Mit einer dicken Liste bin ich dann rüber in die Staaten, habe mich eingedeckt und und konnte so auf einen Schlag aus heutiger Sicht Klassiker von den Freestyle Fellowship, The Phardcyde oder Mad Kap mein eigen nennen. Und keine andere HipHop Zeit hat mich so geprägt wie der Anfang und die Mitte der 90er. Und im besonderen der Sound von der West Coast.

The Nonce - Mix Tapes


(Man die waren smooth, so unbekannt und hatten derbe viele Hits auf ihrem Album. Später noch das Solo Debüt von Aceyalone produziert. Leider existiert die Band nicht mehr. Yusef Afloat hat sich 2000 umgebracht und ist irgendwo am Straßenrand gefunden worden.)


Den habe ich am Anfang nicht verstanden. Ich saß ratlos vor dem ersten Album der Alkaholiks und wusste zu Beginn nicht, ob ich das scheisse, interessant oder total geil finden soll. Wie verquer waren die Freestyler Fellowship Brüder. Und war Pharcyde mit Passin me by nicht viel zu melodisch für eine Rockzecke wie mich dessen Rap-Sozialisation über Beastie Boys, Rage against the Machine, Urban Dance Squad und Body Count / Ice-T verlaufen ist. Gerade hatte ich mich daran gewöhnt, dass DJ Premier ein Loop bei Gangstarr oder Jeru tha Damaja 3 Minuten durchlaufen lassen kann, ohne dass ich mich verarscht fühlen muss. Und plötzlich fast schon Sprechgesang. Ach es war eine aufregende Zeit und deshalb habe ich zur Erinnerung mal ein paar Classic Videos zusammengestellt. Manche kannte ich selbst noch nicht mal. Andere lassen mich in Erinnerung schwelgen.

Alles noch lange, lange vor Black Eyed Peas oder Jurrasic Five.

Tha Alkaholiks - Mary Jane




Hier noch mal eine Playlist mit weiteren Schmankerln aus dieser Goldenen Zeit. Wer wäre damals nicht gerne auch mal im Good Life Cafe gewesen, oder ?



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Donnerstag, August 31, 2006

Dendemann - 3,5 Minuten



Ich habe ja schon angekündigt, dass ich mich verdammt noch mal wie nichts anderes auf das Erscheinen des neuen Dendemann Albums freue. Ich fasse ja deutschen HipHop nur noch selten an. Umso erstaunter bin ich über mich, dass ich es jetzt doch kaum erwarten kann, dass das Album morgen offiziell erscheint. Viele (und ich war vielleicht einer von ihnen) war ja der Meinung, dass Dende eventuell nicht mehr aus der Versenkung zurückkehren wird. Immerhin sind seit dem letzten Album Jahre vergangen und es wäre nicht das erste mal gewesen, dass sich ehemalige Deutschrap Größen umorientiert hätten und jetzt Gabelstapler fahren. Um so erfreulicher, dass derjenige zurückkehrt, der aus der deutschen Sprache einfach mehr herausgeholt hat als alle seine Kollegen. Der Worte und Bilder geschaffen hat, für die ich ohne Bedenken einen kleinen Aphorismus Band herausbringen würde.

Er ist zurück und mehr muss ich nicht wissen. Mir doch scheißegal, dass andere besser flowen oder der oder der krassere Synthiebeats schraubt. Die Vorabkritiken lassen auf einen Kracher hoffen und es besteht die Möglichkeit, dass ich bald nach dem völlig unteschätzen und zu Unrecht in Vergessenheit geratenen zweiten Deichkind Album Nur fünf Minuten Mutti wieder deutschen Sprechgesang auf Vinyl gepresst in den Händen halten werde.
Und dann dieses Video. Ich schmeiss mich weg. Dedemann als Sauerland D´Angelo. So eine geile Idee... ich ziehe den Hut und will mehr.

Morgen gehts in den Plattenladen... Dende, schön, dass du wieder da bist.


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